Die Fluktuation von Pflegekräften ist 2026 ein wichtiges Thema für Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und Krankenhäuser. Hohe Personalwechsel können Dienstpläne erschweren, Teams belasten und die Einarbeitung neuer Beschäftigter aufwendig machen. Gleichzeitig ist die Pflege weiterhin ein wachsender Beschäftigungsbereich.
Rund 1,8 Millionen Pflegekräfte waren 2025 in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen weiteren Beschäftigungszuwachs von rund 2 Prozent. Gleichzeitig bleibt der Arbeitsmarkt für Pflegefachkräfte angespannt: Die berufsspezifische Arbeitslosenquote für Pflegefachkräfte lag 2025 bei lediglich 1,1 Prozent.
Für die Beurteilung der Fluktuation reicht deshalb eine einzelne Kennzahl nicht aus. Sinnvoll ist eine Kombination aus Beschäftigungsdauer, beruflicher Mobilität, Austritten und Krankenstand.
Fluktuation in der Pflege 2026: Die wichtigsten Kennzahlen
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über zentrale Größen, die zur Beurteilung der Personalsituation herangezogen werden können.
| Kennzahl | Aktueller Datenstand | Wert bzw. Aussage | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Pflegekräfte | 2025 | rund 1,8 Mio. | Beschäftigung wächst weiter |
| Beschäftigungswachstum | 2025 | ca. +2 % | weiterer Personalaufbau |
| Arbeitslose Pflegekräfte | 2025 | rund 60.000 | überwiegend Pflegehilfskräfte |
| Arbeitslosenquote Pflegefachkräfte | 2025 | 1,1 % | sehr niedriger Wert |
| Gemeldete Stellen für Pflegekräfte | 2025 | rund 31.000 | weiterhin hoher Personalbedarf |
| Teilzeitanteil | 2026 veröffentlichte Daten | knapp 50 % | Teilzeit ist in der Pflege weit verbreitet |
| Ausländische Staatsangehörigkeit | 2025 | rund 20 % | zunehmende Bedeutung internationaler Beschäftigter |
| Krankenstand Pflegebranche, Rheinland | 2025 | 9,13 % | regionaler Branchenwert |
| AU-Tage Altenpflege | 2024 | 34,4 Tage | deutlich über dem Durchschnitt aller Beschäftigten |
| Einheitliche bundesweite „Ausstiegsquote“ | 2026 | nicht als einzelne Kennzahl verfügbar | Abgrenzung erforderlich |
Die Zahlen zeigen, dass Personalfluktuation nicht mit einem einfachen „Pflegekräfte verlassen den Beruf“-Wert gleichgesetzt werden kann. Ein Beschäftigter kann beispielsweise die Einrichtung wechseln, von stationär in ambulant wechseln oder aus der Pflege in einen anderen Beruf wechseln. Diese Fälle haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Personalplanung.
Gibt es eine offizielle Ausstiegsquote für Pflegekräfte?
Eine bundesweit einheitliche Ausstiegsquote, die beispielsweise angibt, wie viel Prozent aller Pflegekräfte innerhalb eines Jahres dauerhaft aus dem Pflegeberuf ausscheiden, ist für 2026 nicht als zentrale amtliche Kennzahl verfügbar.
Das ist für die Interpretation von Statistiken wichtig. Die Zahl der begonnenen oder beendeten Beschäftigungsverhältnisse entspricht nicht automatisch der Zahl der Berufsausstiege.
Ein beendetes Arbeitsverhältnis kann unter anderem bedeuten:
- Wechsel zu einem anderen Pflegeheim
- Wechsel zu einem ambulanten Pflegedienst
- Wechsel in ein Krankenhaus
- Wechsel in einen anderen Pflegeberuf
- Unterbrechung der Erwerbstätigkeit
- Übergang in Rente
- tatsächlicher Berufsausstieg
Die Bundesagentur für Arbeit stellt deshalb separate Statistiken zu begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen, Beschäftigungsdauern und beruflicher Mobilität bereit. Diese Daten eignen sich besser für eine differenzierte Fluktuationsanalyse als eine einzelne Ausstiegsquote.
Durchschnittliche Verweildauer im Pflegeberuf
Auch bei der sogenannten Verweildauer muss zwischen verschiedenen Begriffen unterschieden werden.
Die Beschäftigungsdauer beschreibt beispielsweise, wie lange eine Person in einem konkreten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis bleibt. Die Verweildauer im Beruf wäre dagegen weiter gefasst und würde auch Arbeitgeberwechsel innerhalb des Pflegeberufs berücksichtigen.
Diese beiden Größen sind nicht identisch.
Wer nach fünf Jahren ein Pflegeheim verlässt und anschließend in einem ambulanten Pflegedienst arbeitet, hat zwar eine neue Beschäftigung begonnen, aber den Pflegeberuf nicht verlassen.
Deshalb sollte eine Tabelle zur Fluktuation beispielsweise folgende Größen getrennt betrachten:
| Betrachtung | Was wird gemessen? | Bedeutung für Pflegeeinrichtungen |
|---|---|---|
| Beschäftigungsdauer | Dauer beim Arbeitgeber | klassische Personalfluktuation |
| Berufswechsel | Wechsel in einen anderen Beruf | tatsächlicher beruflicher Ausstieg |
| Arbeitgeberwechsel | Wechsel innerhalb der Pflege | Personalverlust für die Einrichtung |
| Ruhestand | Ausscheiden aus Erwerbstätigkeit | altersbedingter Personalabgang |
| Unterbrechung | zeitweilige Beendigung | nicht zwingend Berufsausstieg |
| Wiedereinstieg | Rückkehr nach Unterbrechung | wichtig für Personalpotenzial |
Eine pauschale Aussage wie „Pflegekräfte bleiben durchschnittlich nur X Jahre im Beruf“ sollte daher ohne Angabe der Datenquelle und Definition nicht verwendet werden.
Altersbedingte Abgänge werden wichtiger
Ein Teil der künftigen Personalabgänge ist bereits heute absehbar. Die Altersstruktur der Pflegebeschäftigten zeigt, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Beschäftigte das Rentenalter erreichen werden.
Die Bundesagentur für Arbeit prognostizierte in ihrem Arbeitsmarktbericht, dass in den kommenden zehn Jahren rund 385.000 Pflegekräfte aus dem Berufsleben ausscheiden dürften. Dabei handelt es sich um eine Projektion altersbedingter Abgänge und nicht um eine Fluktuationsquote.
Das ist ein wichtiger Unterschied: Ein Pflegeheim kann eine geringe kurzfristige Fluktuation haben und trotzdem langfristig vor einem erheblichen Ersatzbedarf stehen.
Krankenstand Pflegekräfte Tabelle 2026
Der Krankenstand ist zwar keine Fluktuationsquote, beeinflusst die Personalsituation aber unmittelbar. Hohe krankheitsbedingte Fehlzeiten können zu Mehrarbeit, kurzfristigen Dienstplanänderungen und zusätzlichem Einsatz von Zeitarbeit oder Springerpools führen.
Nach Angaben der AOK lagen die durchschnittlichen krankheitsbedingten Ausfalltage aller dort versicherten Beschäftigten 2024 bei 23,9 Tagen. In der Altenpflege wurden dagegen 34,4 Arbeitsunfähigkeitstage je Beschäftigtem registriert.
| Kennzahl | Datenjahr | Wert |
|---|---|---|
| AOK-Beschäftigte insgesamt | 2024 | 23,9 AU-Tage |
| Altenpflege | 2024 | 34,4 AU-Tage |
| Pflegebranche Rheinland | 2025 | 9,13 % Krankenstand |
| Gesundheitswesen Rheinland | 2025 | 6,70 % Krankenstand |
| Pflegebranche Rheinland | 2024 | 9,36 % Krankenstand |
Die regionalen Daten der AOK Rheinland/Hamburg zeigen für die Pflegebranche einen Rückgang des Krankenstands von 9,36 Prozent im Jahr 2024 auf 9,13 Prozent im Jahr 2025. Diese Werte beziehen sich ausdrücklich auf die Region Rheinland und Hamburg und dürfen deshalb nicht als bundesweiter Pflege-Krankenstand interpretiert werden.
Warum ist der Krankenstand in der Pflege besonders relevant?
Pflegearbeit ist mit körperlichen und psychischen Anforderungen verbunden. Dazu gehören unter anderem körperlich schwere Tätigkeiten, Heben und Tragen, hohe Verantwortung, Zeitdruck und die Notwendigkeit dauerhafter Aufmerksamkeit.
Die hohen Fehlzeiten können wiederum die Arbeitsbelastung der anwesenden Beschäftigten erhöhen. Dadurch entsteht ein möglicher Kreislauf:
hohe Arbeitsbelastung → mehr gesundheitliche Probleme → höhere Fehlzeiten → zusätzliche Belastung des Teams → erhöhte Wechselbereitschaft
Diese Darstellung beschreibt einen möglichen betrieblichen Zusammenhang, ist aber nicht als Nachweis einer einzelnen Ursache für Fluktuation zu verstehen.
Krankenstand und Fluktuation nicht gleichsetzen
Ein hoher Krankenstand bedeutet nicht automatisch, dass viele Pflegekräfte ihren Beruf verlassen.
Ebenso bedeutet eine hohe Fluktuation nicht zwangsläufig einen hohen Krankenstand.
Beide Kennzahlen sollten deshalb getrennt ausgewertet werden:
| Kennzahl | Aussage |
|---|---|
| Krankenstand | Wie häufig bzw. lange Beschäftigte krankheitsbedingt fehlen |
| Fluktuationsquote | Wie viele Beschäftigte einen Arbeitgeber verlassen |
| Berufswechselquote | Wie viele Beschäftigte den bisherigen Beruf verlassen |
| Beschäftigungsdauer | Wie lange Beschäftigungsverhältnisse bestehen |
| Altersbedingte Abgänge | Wie viele Beschäftigte voraussichtlich in den Ruhestand wechseln |
Eine professionelle Personalplanung benötigt daher mehrere Kennzahlen.
Pflegekräfte: Beschäftigung wächst trotz Personalengpässen
Die Entwicklung der Beschäftigtenzahl zeigt, dass die Pflege nicht grundsätzlich durch einen Rückgang des Personals gekennzeichnet ist. Vielmehr wächst die Zahl der Beschäftigten.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2025 rund 1,8 Millionen Pflegekräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gleichzeitig lag die Arbeitslosenquote von Pflegefachkräften bei nur 1,1 Prozent. Das spricht für einen weiterhin angespannten Arbeitsmarkt für qualifizierte Pflegekräfte.
Auch die internationale Rekrutierung gewinnt an Bedeutung. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hatten 2025 rund 20 Prozent der Beschäftigten in Pflegeberufen eine ausländische Staatsangehörigkeit. In der ambulanten und stationären Pflege lag der Anteil sogar bei rund 24 Prozent.
Teilzeit als Faktor für die Personalplanung
Ein weiterer Faktor wird bei Fluktuationsstatistiken häufig übersehen: die Arbeitszeit.
Knapp die Hälfte der Pflegekräfte arbeitet laut Bundesagentur für Arbeit in Teilzeit. Auch unter den männlichen Pflegekräften ist Teilzeit verbreitet; dort arbeitet nahezu jeder Dritte in Teilzeit.
Für Pflegeeinrichtungen bedeutet das, dass die reine Zahl der Beschäftigten nur eingeschränkt aussagekräftig ist.
Beispiel:
Ein Pflegeheim kann 100 Pflegebeschäftigte haben. Wenn viele davon in Teilzeit arbeiten, stehen dem Betrieb deutlich weniger als 100 Vollzeitstellen zur Verfügung.
Für die Personalplanung sind deshalb Vollzeitäquivalente (VZÄ) besonders wichtig.
Fluktuationsquote im Pflegeheim berechnen
Ein Pflegeheim kann seine eigene Fluktuationsquote relativ einfach berechnen.
Eine häufig verwendete Grundformel lautet:
Fluktuationsquote = Anzahl der ausgeschiedenen Beschäftigten ÷ durchschnittlicher Personalbestand × 100
Beispiel:
Ein Pflegeheim beschäftigt durchschnittlich 80 Personen. Im Laufe eines Jahres verlassen 12 Beschäftigte die Einrichtung.
12 ÷ 80 × 100 = 15 Prozent
Die rechnerische Fluktuationsquote beträgt in diesem Beispiel 15 Prozent.
Für eine aussagekräftige Analyse sollte allerdings zusätzlich erfasst werden, aus welchem Grund Beschäftigte ausgeschieden sind.
Fluktuation Pflegekräfte Tabelle für das eigene Pflegeheim
Für die interne Personalsteuerung kann eine Einrichtung folgende Tabelle verwenden:
| Kennzahl | Jahr 2025 | Jahr 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Durchschnittlicher Personalbestand | – | – | – |
| Neueinstellungen | – | – | – |
| Ausgeschiedene Beschäftigte | – | – | – |
| Fluktuationsquote | – | – | – |
| davon Arbeitgeberwechsel | – | – | – |
| davon Berufsausstieg | – | – | – |
| davon Renteneintritt | – | – | – |
| Krankenstand | – | – | – |
| durchschnittliche Beschäftigungsdauer | – | – | – |
| Teilzeitanteil | – | – | – |
| Vollzeitäquivalente | – | – | – |
Eine solche interne Kennzahlentabelle ist häufig aussagekräftiger als ein Vergleich mit einem einzigen bundesweiten Durchschnittswert.
Fazit: Fluktuation in der Pflege 2026
Die Fluktuation von Pflegekräften lässt sich 2026 nicht seriös mit einer einzigen Prozentzahl beschreiben. Für eine belastbare Betrachtung müssen Arbeitgeberwechsel, Berufswechsel, Renteneintritte, Beschäftigungsdauer und krankheitsbedingte Fehlzeiten voneinander getrennt werden.
Die verfügbaren Daten zeigen gleichzeitig mehrere Entwicklungen: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Pflegekräfte wächst, qualifizierte Pflegefachkräfte bleiben auf dem Arbeitsmarkt knapp, Teilzeit ist weit verbreitet und altersbedingte Abgänge werden in den kommenden Jahren erheblich zum Ersatzbedarf beitragen.
Auch der Krankenstand ist ein wichtiger Faktor. Für die Altenpflege wurden 2024 bei der AOK durchschnittlich 34,4 krankheitsbedingte Ausfalltage festgestellt. Regionale Daten aus dem Rheinland zeigen für die Pflegebranche 2025 einen Krankenstand von 9,13 Prozent.
Für 2026 gilt daher: Fluktuation, Krankenstand und Fachkräftebedarf sollten gemeinsam betrachtet werden, sind aber unterschiedliche Kennzahlen. Wer die Personalsituation eines Pflegeheims beurteilen möchte, sollte neben der Zahl der Beschäftigten insbesondere Vollzeitäquivalente, Beschäftigungsdauer, Austrittsgründe, Altersstruktur und krankheitsbedingte Fehlzeiten auswerten.