Wie viele Krankenhäuser gibt es in Deutschland? Wie viele Betten stehen zur Verfügung, wie stark werden diese ausgelastet und wie lange bleiben Patientinnen und Patienten durchschnittlich im Krankenhaus? Diese Fragen sind nicht nur für die Gesundheitspolitik relevant. Auch für die Diskussion über Krankenhausreformen, Klinikschließungen, Personalausstattung und die zukünftige medizinische Versorgung spielen die statistischen Kennzahlen eine wichtige Rolle.
Wichtig für die Einordnung: Im Jahr 2026 liegen bei den zentralen Krankenhauskennzahlen derzeit vor allem die amtlichen Daten für das Berichtsjahr 2024 vor. Die aktuell verfügbaren Zahlen zeigen jedoch bereits deutlich, in welche Richtung sich die deutsche Krankenhauslandschaft entwickelt.
Die wichtigsten Krankenhauszahlen auf einen Blick
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2024 in Deutschland 1.841 Krankenhäuser. Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt rund 472.900 Betten aufgestellt. Davon entfielen rund 26.000 auf Intensivbetten und etwa 7.700 auf Intermediate-Care-Betten.
In den Krankenhäusern wurden 2024 rund 17,5 Millionen stationäre Behandlungsfälle registriert. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 7,1 Tagen, während die durchschnittliche Bettenauslastung 72,0 Prozent betrug.
| Kennzahl | Deutschland 2024 |
|---|---|
| Krankenhäuser | 1.841 |
| Aufgestellte Betten | 472.851 |
| Intensivbetten | ca. 25.956 |
| Intermediate-Care-Betten | ca. 7.748 |
| Stationäre Fälle | ca. 17,55 Mio. |
| Durchschnittliche Verweildauer | 7,1 Tage |
| Durchschnittliche Bettenauslastung | 72,0 % |
Diese Werte bilden die derzeit wichtige statistische Grundlage für die Betrachtung der Krankenhausversorgung im Jahr 2026.
Bettenzahl sinkt weiter
Die Zahl der Krankenhausbetten ist langfristig deutlich zurückgegangen. 1991 standen in Deutschland noch mehr als 665.000 Krankenhausbetten zur Verfügung. 2024 waren es dagegen knapp 473.000.
Auch gegenüber dem unmittelbaren Vorjahr setzte sich der Rückgang fort. 2024 waren rund 0,9 Prozent weniger Betten aufgestellt als 2023. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 lag die Bettenzahl rund 4,3 Prozent niedriger.
Der Rückgang bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die medizinische Versorgung entsprechend stark eingeschränkt wurde. Eine wichtige Rolle spielt die gleichzeitig deutlich kürzere Aufenthaltsdauer der Patientinnen und Patienten.
Bettenauslastung 2026: 72 Prozent als aktuelle Referenz
Die durchschnittliche Bettenauslastung deutscher Krankenhäuser lag 2024 bei 72,0 Prozent. Damit stieg sie gegenüber 2023 um 0,8 Prozentpunkte. Trotzdem blieb sie deutlich unter dem Niveau von 2019, als noch eine Auslastung von 77,2 Prozent erreicht wurde.
Eine Auslastung von 72 Prozent bedeutet vereinfacht gesagt, dass von 100 vorhandenen Betten im Jahresdurchschnitt etwa 72 belegt waren.
Allerdings sollte die Kennzahl nicht isoliert betrachtet werden. Ein Teil der nicht belegten Betten kann beispielsweise aufgrund von Personalmangel, organisatorischen Gründen oder fehlender Nachfrage nicht regulär genutzt werden. Außerdem unterscheiden sich Krankenhäuser und Fachbereiche erheblich voneinander.
Die Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung verwies ebenfalls darauf, dass die Auslastung insbesondere im somatischen Bereich nach der Corona-Pandemie zurückgegangen ist.
17,5 Millionen stationäre Behandlungen
2024 wurden in deutschen Krankenhäusern rund 17,5 Millionen stationäre Behandlungsfälle gezählt. Das waren 2,0 Prozent mehr als 2023 beziehungsweise rund 344.300 Fälle zusätzlich.
Trotz dieses Anstiegs lag die Fallzahl noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Gegenüber 2019 wurden 2024 rund 9,6 Prozent weniger stationäre Patientinnen und Patienten behandelt.
Damit zeigt sich ein interessantes Bild: Die Zahl der Krankenhausbetten ist gesunken, gleichzeitig liegt auch die Zahl der stationären Behandlungen deutlich unter dem früheren Niveau.
Durchschnittliche Liegedauer: 7,1 Tage
Ein besonders deutlicher langfristiger Trend zeigt sich bei der durchschnittlichen Verweildauer.
2024 verbrachten Patientinnen und Patienten im Durchschnitt 7,1 Tage im Krankenhaus. 1991 waren es noch durchschnittlich 14,0 Tage. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hat sich damit innerhalb von gut drei Jahrzehnten nahezu halbiert.
Auch 2024 setzte sich der Trend fort: Gegenüber 2023 verkürzte sich die durchschnittliche Verweildauer um 0,1 Tage.
Die Entwicklung hat mehrere Ursachen. Dazu gehören medizinischer Fortschritt, verbesserte Operationsverfahren, eine stärkere Spezialisierung sowie die zunehmende Möglichkeit, bestimmte Behandlungen ambulant durchzuführen.
Die Liegedauer unterscheidet sich stark nach Fachbereich
Der Durchschnitt von 7,1 Tagen sagt allerdings wenig darüber aus, wie lange einzelne Patientengruppen tatsächlich im Krankenhaus bleiben.
Nach Angaben von Destatis lag die durchschnittliche Verweildauer 2024 beispielsweise in der Inneren Medizin bei 5,2 Tagen und in der Allgemeinen Chirurgie bei 5,0 Tagen.
Deutlich länger waren die Aufenthalte beispielsweise in der Geriatrie mit durchschnittlich 15,1 Tagen. In psychiatrischen Fachabteilungen lagen die durchschnittlichen Verweildauern je nach Fachbereich zwischen 24,5 und 46,8 Tagen.
Die durchschnittliche Liegedauer ist deshalb vor allem als statistischer Gesamtwert zu verstehen. Für die tatsächliche Aufenthaltsdauer eines einzelnen Patienten sind Diagnose, Behandlung, Alter, Gesundheitszustand und Fachabteilung wesentlich entscheidender.
Öffentliche, freigemeinnützige und private Krankenhäuser
Die deutschen Krankenhäuser verteilen sich auf verschiedene Trägergruppen.
2024 gab es:
- 528 öffentliche Krankenhäuser
- 575 freigemeinnützige Krankenhäuser
- 738 private Krankenhäuser
Bei der Bettenzahl ergibt sich jedoch ein anderes Verhältnis. Öffentliche Häuser verfügten über rund 221.500 Betten, freigemeinnützige Häuser über rund 152.800 und private Krankenhäuser über rund 98.600 Betten.
Private Krankenhäuser stellten damit zwar zahlenmäßig die größte Gruppe dar, waren hinsichtlich der durchschnittlichen Bettenzahl pro Einrichtung aber kleiner als öffentliche und freigemeinnützige Krankenhäuser.
Was sagen die Zahlen über die Krankenhauslandschaft 2026 aus?
Die aktuellen Daten lassen mehrere Entwicklungen erkennen.
Erstens: Deutschland verfügt weiterhin über eine große Zahl stationärer Einrichtungen, gleichzeitig sinkt die Zahl der Krankenhäuser und Betten langfristig.
Zweitens: Die stationäre Fallzahl liegt weiterhin unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie.
Drittens: Die durchschnittliche Verweildauer wird immer kürzer. Patienten werden heute im Durchschnitt deutlich schneller entlassen als noch vor 30 Jahren.
Viertens: Die Bettenauslastung liegt mit 72 Prozent deutlich unter dem Niveau von 2019.
Fünftens: Die Krankenhausversorgung befindet sich mitten in einem strukturellen Wandel. Die zunehmende Ambulantisierung und die Krankenhausreform sollen die stationäre Versorgung stärker auf notwendige komplexe Behandlungen konzentrieren.
Krankenhausreform und Ambulantisierung
Die statistischen Entwicklungen sind auch vor dem Hintergrund der Krankenhausreform interessant. Ein wichtiger Ansatz besteht darin, Leistungen, die medizinisch nicht zwingend einen längeren stationären Aufenthalt erfordern, stärker ambulant zu erbringen.
Das Bundesgesundheitsministerium verweist in aktuellen Gesetzgebungsverfahren darauf, dass insbesondere bei Fällen mit kurzen stationären Aufenthalten weiteres Ambulantisierungspotenzial besteht. Für 2026 wurde eine Ausweitung des entsprechenden Leistungskatalogs vorgesehen.
Das könnte langfristig dazu führen, dass weniger stationäre Betten benötigt werden, während gleichzeitig die verbleibenden Kliniken stärker auf komplexe und behandlungsintensive Fälle ausgerichtet werden.
Warum eine niedrige Bettenauslastung nicht automatisch schlecht ist
Eine hohe Auslastung klingt zunächst positiv. Krankenhäuser müssen schließlich wirtschaftlich arbeiten. Eine dauerhaft nahezu vollständige Auslastung kann jedoch auch problematisch sein.
Wenn kaum freie Kapazitäten vorhanden sind, können beispielsweise Notfallaufnahmen, saisonale Erkrankungswellen oder größere Schadensereignisse schneller zu Engpässen führen.
Eine Auslastung von 72 Prozent sollte daher nicht automatisch als Zeichen einer schlechten Krankenhausversorgung interpretiert werden. Entscheidend sind unter anderem die regionale Verteilung der Betten, die Fachrichtungen, die personelle Ausstattung und die tatsächliche Verfügbarkeit der Kapazitäten.
Krankenhaus-Statistik Deutschland 2026: Fazit
Die aktuell verfügbaren amtlichen Zahlen zeichnen ein klares Bild: Deutschlands Krankenhauslandschaft wird kleiner, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sinkt und die Zahl stationärer Behandlungen liegt weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau.
Für 2024 weist die Statistik 1.841 Krankenhäuser, rund 472.900 Betten, etwa 17,5 Millionen stationäre Fälle, eine durchschnittliche Verweildauer von 7,1 Tagen und eine Bettenauslastung von 72,0 Prozent aus.
Für das Jahr 2026 sind diese Werte daher eine wichtige aktuelle Referenz, auch wenn sie nicht mit einer bereits vollständig vorliegenden Jahresstatistik für 2026 verwechselt werden sollten. Gerade im Zuge der Krankenhausreform dürfte sich die Struktur der stationären Versorgung in den kommenden Jahren weiter verändern.
Quellen und weiterführende Informationen
- Statistisches Bundesamt: Krankenhäuser – Einrichtungen, Betten und Patientenbewegung
- Statistisches Bundesamt: Krankenhäuser 2024 nach Trägern und Bundesländern
- Destatis: 2,0 % mehr stationäre Krankenhausbehandlungen im Jahr 2024
- Destatis: Grunddaten der Krankenhäuser 2024
- Bundesgesundheitsministerium: Krankenhausversorgung in Deutschland 2035
