Die generalistische Pflegeausbildung ist seit 2020 der zentrale Ausbildungsweg für Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner in Deutschland. Sie verbindet die früher getrennten Ausbildungsrichtungen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Auch 2026 bleibt die Ausbildung ein wichtiger Baustein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs.
Die aktuellen Statistiken zeigen dabei eine steigende Zahl von Ausbildungsanfängern. Gleichzeitig sind Ausbildungsabbrüche weiterhin ein relevantes Thema. Bei der Übernahme nach erfolgreichem Abschluss zeigen die verfügbaren Untersuchungen dagegen vergleichsweise hohe Quoten.
Pflegeausbildung Statistik 2026 im Überblick
| Kennzahl | Aktueller Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Neue Ausbildungsverträge 2022 | ca. 52.100 | Destatis, Neuverträge |
| Neue Ausbildungsverträge 2023 | ca. 54.400 | Destatis, Neuverträge |
| Neue Ausbildungsverträge 2024 | ca. 59.400 | Destatis, Neuverträge |
| Neue Ausbildungsverträge 2025 | ca. 63.900 | bisher aktuellster Destatis-Wert |
| Auszubildende insgesamt Ende 2025 | ca. 157.200 | +7 % gegenüber 2024 |
| Erfolgreiche Ausbildungsabschlüsse 2024 | ca. 37.400 | Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner |
| Abbruchgedanken während der Ausbildung | fast 50 % | BIBB-Befragung, nicht gleich tatsächliche Abbruchquote |
| Übernahme nach Abschluss – Krankenhäuser | fast 80 % | BIBB-Pflegepanel |
| Übernahme nach Abschluss – Pflegeheime und Pflegedienste | rund zwei Drittel | BIBB-Pflegepanel |
| Übernahme überwiegend | unbefristet | BIBB-Pflegepanel |
Die Entwicklung bei den Ausbildungsanfängern ist besonders auffällig: Nach rund 52.100 neuen Ausbildungsverträgen im Jahr 2022 stieg die Zahl auf rund 54.400 im Jahr 2023, 59.400 im Jahr 2024 und schließlich rund 63.900 im Jahr 2025. Damit wurde zum dritten Mal in Folge ein Anstieg verzeichnet.
Ausbildungsanfänger Pflege 2026: Die Zahl steigt weiter
Für das Kalenderjahr 2026 liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine vollständigen Jahresdaten zu neuen Ausbildungsverträgen vor. Der aktuellste vollständig veröffentlichte Wert betrifft das Jahr 2025.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes begannen 2025 rund 63.900 Personen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Dabei handelt es sich um Auszubildende mit einem Neuvertrag, die zum 31. Dezember 2025 noch in Ausbildung waren. Die Gesamtzahl der Auszubildenden lag zu diesem Zeitpunkt bei knapp 157.200. Das entspricht einem Plus von rund 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Damit setzt sich der positive Trend bei den Ausbildungszahlen fort. Für die Personalentwicklung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Diensten ist die Entwicklung allerdings nicht allein anhand der Zahl der Neuverträge zu beurteilen. Entscheidend ist auch, wie viele Auszubildende ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und anschließend im Pflegeberuf tätig werden.
Ausbildungsanfänger nach Jahren
Eine wichtige Orientierung bietet folgende Zeitreihe:
| Jahr | Neue Ausbildungsverträge |
|---|---|
| 2022 | ca. 52.100 |
| 2023 | ca. 54.400 |
| 2024 | ca. 59.400 |
| 2025 | ca. 63.900 |
| 2026 | noch keine vollständige Jahresstatistik |
Die Zahlen zeigen innerhalb von drei Jahren einen deutlichen Anstieg. Zwischen 2022 und 2025 erhöhte sich die Zahl der neuen Ausbildungsverträge nach der Destatis-Reihe um rund 11.800 beziehungsweise knapp 23 Prozent.
Bei Vergleichen sollte allerdings auf die verwendete Statistik geachtet werden. Das Bundesgesundheitsministerium veröffentlicht beispielsweise ebenfalls Zahlen zu Ausbildungseintritten aus der PfleA-Statistik. Für 2023 werden dort 60.312 Ausbildungseintritte ausgewiesen. Diese Zahl ist aufgrund der unterschiedlichen statistischen Abgrenzung nicht ohne Weiteres mit der Destatis-Zahl von rund 54.400 Neuverträgen gleichzusetzen.
Abbrecherquote in der Pflegeausbildung 2026
Die häufig gesuchte „Abbrecherquote Pflegeausbildung“ lässt sich für Deutschland nicht mit einer einzigen aktuellen Prozentzahl beantworten.
Ein Grund dafür ist, dass ein vorzeitig gelöster Ausbildungsvertrag nicht automatisch bedeutet, dass eine Person endgültig aus der Pflegeausbildung oder dem Pflegebereich ausscheidet. Ein Wechsel des Ausbildungsbetriebs oder der Einrichtung kann beispielsweise ebenfalls eine Vertragslösung verursachen.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat sich deshalb ausführlich mit Ausbildungsabbrüchen und Abbruchgedanken beschäftigt. In der entsprechenden Untersuchung denkt fast die Hälfte der befragten Auszubildenden im Verlauf der Ausbildung über einen Abbruch nach. Dieser Wert ist ausdrücklich keine tatsächliche Abbrecherquote.
Abbruchgedanken sind nicht gleich Ausbildungsabbruch
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Abbruchgedanke | Auszubildende erwägen, die Ausbildung zu beenden |
| Vertragslösung | Ausbildungsverhältnis wird vorzeitig beendet |
| Ausbildungsabbruch | Ausbildung wird tatsächlich nicht fortgeführt |
| endgültiger Abbruch | Person verlässt den Ausbildungsweg dauerhaft |
| Wechsel | Ausbildung wird beispielsweise bei einem anderen Träger fortgesetzt |
Diese Unterscheidung ist für die Interpretation von Pflegeausbildungsstatistiken entscheidend.
Das BIBB beschreibt unter anderem den sogenannten „Praxisschock“ als einen möglichen Faktor für Abbruchgedanken. Gemeint ist eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen an die Ausbildung und den tatsächlichen Erfahrungen im praktischen Pflegealltag. Auch die persönliche Passung zwischen individuellen Voraussetzungen und Anforderungen der Pflegearbeit wird in der Forschung untersucht.
Übernahmequote nach der Pflegeausbildung
Für die Übernahme nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss liefert das BIBB-Pflegepanel wichtige Daten. Nach den Ergebnissen der Erhebung wurden fast 80 Prozent der Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen in Krankenhäusern übernommen. In Pflegeheimen und Pflegediensten lag der Anteil bei rund zwei Dritteln. Die Übernahmen erfolgten überwiegend unbefristet.
Die Übernahmequote kann deshalb nach Versorgungsbereich betrachtet werden:
| Ausbildungsbereich bzw. Versorgungsbereich | Übernahme nach Abschluss |
|---|---|
| Krankenhäuser | fast 80 % |
| Pflegeheime | rund zwei Drittel |
| Pflegedienste | rund zwei Drittel |
| Übernahmeform | überwiegend unbefristet |
Die Zahlen stammen aus dem BIBB-Pflegepanel und beziehen sich auf die dort untersuchten Einrichtungen. Sie stellen daher keine jährlich aktualisierte amtliche Bundesquote für alle Absolventinnen und Absolventen dar. Das BIBB beschreibt die Erhebung als repräsentativ für die Grundgesamtheit der Pflegeschulen und Ausbildungseinrichtungen.
Wie viele Pflegefachkräfte schließen die Ausbildung erfolgreich ab?
Auch bei den erfolgreichen Abschlüssen gibt es einen wichtigen aktuellen Wert: Im Jahr 2024 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 37.400 Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner erfolgreich ausgebildet.
Dieser Wert darf jedoch nicht einfach durch die Zahl der Ausbildungsanfänger desselben Jahres geteilt werden. Eine dreijährige Ausbildung bedeutet, dass die Absolventinnen und Absolventen eines Jahres überwiegend aus früheren Ausbildungsjahrgängen stammen.
Eine rechnerische „Abschlussquote 2024 = Abschlüsse 2024 / Anfänger 2024“ wäre daher methodisch falsch.
Generalistische Pflegeausbildung: Entwicklung seit 2020
Mit dem Pflegeberufegesetz wurde die Ausbildung zum 1. Januar 2020 grundlegend reformiert. Seitdem ist die generalistische Pflegeausbildung der gemeinsame Ausbildungsweg. Der erste Jahrgang schloss die Ausbildung 2023 ab.
Die Ausbildung dauert grundsätzlich drei Jahre in Vollzeit. Sie vermittelt Kompetenzen für unterschiedliche Pflegebereiche und ermöglicht damit eine größere berufliche Mobilität zwischen Krankenhaus, stationärer Langzeitpflege und ambulanter Pflege.
Gerade diese Mobilität ist für die Interpretation der Übernahmezahlen relevant. Das BIBB stellte fest, dass Absolventinnen und Absolventen nicht ausschließlich bei ihrem ursprünglichen Ausbildungsträger verbleiben. So wurden auch Wechsel zwischen verschiedenen Versorgungsbereichen beobachtet.
Warum die Übernahmequote für den Pflegearbeitsmarkt wichtig ist
Eine hohe Übernahmequote kann grundsätzlich dazu beitragen, dass ausgebildete Pflegefachkräfte unmittelbar nach dem Abschluss in den Beruf einsteigen. Gleichzeitig ist die Übernahmequote nicht identisch mit der langfristigen Verbleibsquote im Pflegeberuf.
Für die Fachkräftesicherung sind deshalb mehrere Kennzahlen relevant:
- Zahl der neuen Auszubildenden
- Ausbildungsabbrüche und Vertragslösungen
- erfolgreich bestandene Abschlussprüfungen
- Übernahmen nach der Ausbildung
- Wechsel zwischen Versorgungsbereichen
- Verbleib im Pflegeberuf über mehrere Jahre
- spätere Teilzeit, Berufswechsel oder Berufsaustritt
Erst die Kombination dieser Kennzahlen ermöglicht eine belastbare Beurteilung der Entwicklung des Pflegepersonals.
Fazit: Pflegeausbildung Statistik 2026
Die verfügbaren Daten zeigen für die Pflegeausbildung eine steigende Zahl neuer Ausbildungsverträge. 2025 wurden nach der aktuellen Destatis-Statistik rund 63.900 neue Ausbildungsverträge zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann verzeichnet. Gleichzeitig befanden sich Ende 2025 knapp 157.200 Personen in Ausbildung.
Bei der Abbrecherquote ist dagegen Vorsicht geboten. Für 2026 existiert keine einzelne, bundesweit einheitliche amtliche Prozentzahl, die sämtliche Ausbildungsabbrüche der generalistischen Pflegeausbildung abbildet. Die BIBB-Forschung zeigt allerdings, dass Abbruchgedanken während der Ausbildung verbreitet sind. Fast die Hälfte der befragten Auszubildenden berichtete von entsprechenden Gedanken; daraus lässt sich jedoch keine tatsächliche Abbrecherquote ableiten.
Bei der Übernahme nach erfolgreichem Abschluss zeigen die BIBB-Daten dagegen vergleichsweise hohe Werte: In Krankenhäusern wurden fast 80 Prozent der Absolventinnen und Absolventen übernommen, in Pflegeheimen und Pflegediensten rund zwei Drittel.
Damit ergibt sich für 2026 ein differenziertes Bild: Die Zahl der Menschen, die eine Pflegeausbildung beginnen, ist zuletzt deutlich gestiegen. Gleichzeitig bleiben Ausbildungsabbrüche beziehungsweise Abbruchgedanken ein wichtiges Thema. Nach erfolgreichem Abschluss bestehen insbesondere bei Krankenhäusern gute Übergangsmöglichkeiten in eine Beschäftigung.